Zu Konflikten auf der Meyer Werft: Einigkeit führt zum Ziel

Erneut sind in dieser Woche Gespräche zwischen Arbeitnehmervertretern und Geschäftsleitung zur Zukunft der durch die Corona-Pandemie angeschlagenen Meyer Werft unterbrochen worden. All das hat meine Arbeitswoche stark beschäftigt. Ein Kommentar.

Für die Welt war die dritte Woche des Jahres 2021 historisch, wurde doch für die Weltmacht USA mit Joe Biden ein neuer Präsident vereidigt, der die beschämende Ära von Donald Trump beendete. Auf der Papenburger Meyer Werft schwelt weiterhin der Konflikt zwischen Arbeitnehmervertretern und Geschäftsleitung zur Zukunft des Traditionsunternehmens. Dass Arbeitsplätze abgebaut werden müssen, scheint angesichts der notwendigen Einsparungen in Milliardenhöhe unausweichlich, auch wenn der Betriebsratsvorsitzende Nico Bloem gebetsmühlenartig wiederholt, es sei doch genug Arbeit da. 

Fest steht, dass die einst boomende Kreuzfahrtbranche in einer ebenso schweren Krise steckt, wie die Meyer Werft. Welche Fakten müssen noch präsentiert werden? Sind die knallharten Aussagen von Costa-Group-Chef und Meyer-Stammkunde Michael Thamm nicht Signal genug? Er sagt unmissverständlich, dass georderte Schiffe zwar noch abgenommen werden, dann aber Schluss sei mit Bestellungen. 

Die Videobotschaft von Werftchef Jan Meyer Anfang der Woche hat meines Erachtens schon gezeigt, dass der Chefetage daran gelegen ist, die bestmögliche Lösung zu finden, schließlich ist jeder abgebaute Arbeitsplatz, jeder Mensch mit Know-How im Hightech-Schiffbau aus Papenburg, eine wichtige Fachkraft.  

Die Parteien Betriebsrat, IG Metall und Geschäftsleitung müssen sich dringend wieder an einen Tisch setzen. Das bisherige Verhalten mit der sturen Verweigerung von weiteren Gesprächen gefährdet nicht nur deutlich mehr Arbeitsplätze, sondern damit auch eine ganze Region.

Ein Zitat aus der Antrittsrede des neuen US-Präsidenten Joe Biden sollten sich die Parteien auf der Meyer Werft auf der Zunge zergehen lassen:  Mit Einigkeit sind großartige Dinge möglich! In diesem Sinne sollten sich alle an einen Tisch setzen und vernünftig und sachlich Lösungen zur bestmöglichen Zukunft der Werft finden. Am Ende wird Großartiges möglich sein, nämlich gestärkt und mit dem Innovationsvorsprung im Kreuzfahrtschiffbau “made in Papenburg” aus der Krise zu kommen!

Christoph
mail@christoph-assies.de
3 Kommentare
  • Mathie
    Posted at 07:12h, 22 Januar Antworten

    Was der Chefetage wichtig ist dürfte deutlich geworden sein als der Firmensitz nach Luxemburg verlegt wurde. Die Entlassungen dienen ausschließlich dem Lohndumping, was wieder untermauert das die Werft mit menschenverachtenden Werkverträgen arbeitet.

  • Norddeutscher
    Posted at 13:01h, 10 Februar Antworten

    Ich habe das Gefühl, Gewerkschaften & Co nutzen jede Gelegenheit aus, um die Unternehmen (zu Unrecht) anzuprangern.

    Nicht ohne Grund hat man den Sitz nach Luxemburg verlegt. Herr Meyer hat es deutlich gesagt: Die Werften mit mitbestimmten Aufsichtsrat sind alle weg. Ich meine, wer ist denn wohl am kompetentesten, mit internationalen Großkonzernen zu verhandeln? Der Betriebsrat? Irgendwelche Gewerkschaftsfunktionäre? Mit der Verlegung des Sitzes nach Luxemburg hat man die Werft gerettet. Anders als AG Weser, Bremer Vulkan usw.

  • Norddeutscher
    Posted at 13:07h, 10 Februar Antworten

    Es gilt, diese unternehmensfeindliche Verschwörung zu stoppen. Die Grünen im Landtag haben was gegen die Werkverträge?! Für wen halten die sich eigentlich, dass sie meinen, einem Unternehmen reinzureden?! Gehts noch!? Ich bin ganz fest davon überzeugt, dass es den großen Unternehmen an Lobbyeinfluss fehlt, darin werde ich immer wieder bestätigt.

    Mit der Belegschaft von welchen Unternehmen oder dem Wesen aus Schweden (dank. Corona von der Bildfläche verschwunden) solidarisieren sich viele, und auch Politiker, öffentlich. Ha sich schon mal jemand offen hingestellt und sich zur Solidarität mit Meyer bekannt? Oder Carnival? Mei8nes Wissens nach nicht.

    Hier haben die falschen Leute das Sagen. Die Großkonzerne sind gesellschaftlich ausgegrenzte Opfer. Solidarität mit den Schwachen, Solidarität mit Meyer.

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