Blick auf den Papenburger Hauptkanal. Foto: Christoph Assies

Einzelhandel und Corona: Vor Ort Geschenke kaufen!

Durch die Corona-Pandemie ist die Wirtschaft weltweit ins Straucheln geraten. Aktuell leben wir wieder mit einigen Einschränkungen. Die Gastronomie und Freizeiteinrichtungen sind weiter geschlossen, Einzelhandelsgeschäfte sind hingegen geöffnet. Umso wichtiger ist es jetzt, Weihnachtsgeschenke vor Ort und nicht online zu kaufen. Meine Meinung:

Bei meinen Recherchen für einige der Geschichten in der kommenden Ausgabe des Lifestylemagazins LUV&LEE bin ich mit vielen Einzelhändlern ins Gespräch gekommen. Hörte man vor der Corona-Pandemie zwar auch, dass Internetwarenhäuser, wie Amazon, eine zunehmend größere Konkurrenz für den Handel vor Ort werden, werden diese Stimmen speziell in einem Jahr mit ohnehin angespannter Wirtschaftslage lauter. Ausgerechnet jetzt, in einem Jahr, in dem die Monate ohnehin schon eine beispiellose wirtschaftliche Herausforderung waren, droht das sonst lukrative Weihnachtsgeschäft zum Fiasko zu werden. 

Während sich Einzelhändler in den Innenstädten strecken müssen, immer kreativer werden müssen, um die Kunden in die Läden zu bekommen und das Einkaufen per Mausklick zu verhindern, boomen Kurierdienste, Paketlieferdienste und eben die Umsätze der Online-Shopping-Riesen. Das ist eine schlechte Entwicklung! 

In den Innenstädten, wie auch in meiner Heimatstadt Papenburg, arbeiten Citymanagement und Einzelhandel hart zusammen, um die Innenstädte vor dem Aussterben zu bewahren. Wer sich über Ladenleerstand und ein unattraktives Angebot in der Fußgängerzone vor der eigenen Haustür beschwert, muss sich kritisch selbst hinterfragen, wo konsumiert wird. Das Einkaufen per Mausklick ist der Tod des gut sortierten Ladens an der Ecke. Warum muss die Schreibtischlampe im Internet bestellt werden, wenn Fachhändler vor Ort sind? Warum muss das Buch oder der E-Reader online erstanden werden, wenn die gut sortierte Buchhandlung mit langer Tradition auch bereits Stoff für digitales oder klassisches Lesen bietet? Wer berät denn im Online-Handel? Das ist nur vor Ort zu leisten und verhindert überdies auch ökologisch nachteilige Umtauschsendungen.

Wie haben gemeinsame Verkaufsaktionen mit Rabatten vor der Haustür eine Chance, wenn die Menschen nur noch vom Sofa shoppen? Wie wollen Eltern Sponsorings vom scheinbar gut laufenden Einzelhändler für Fußballtrikots der Sprösslinge an den Verein im Ort erwarten, wenn sie ihn nicht unterstützen?

Das Argument der fehlenden Sicherheit in Zeiten von Corona, um so nicht in das Geschäft in der Innenstadt zu gehen, darf nicht gelten. Wie alle Wirtschaftszweige, tun Einzelhändler alles, um die Hygienevorschriften umzusetzen und sogar noch mehr, um das bestmögliche Gefühl beim Kunden zu erreichen. Wir alle müssen etwas tun, damit diese zusätzliche Arbeit, diese Anstrengung in dieser Zeit nicht umsonst ist: Wir alle müssen vor Ort unsere Weihnachtsgeschenke kaufen, sonst werden unsere Innenstädte bald trostlos!

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Christoph
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